Die AlpenBiker Site

Elektronischer Fahrradtacho am Motorrad

zurueck


Ein elektronischer Fahrradtacho ist inzwischen zu einem beliebten Zubehör für das Motorrad geworden. Diese Geräte bieten meist folgende Funktionen:
Cartoon
  1. Geschwindigkeitsanzeige mit hoher Genauigkeit. Da die meisten serienmäßig installierten Tachos sehr ungenau arbeiten, ist diese Funktion eine recht sinnvolle Ergänzung.
  2. Durchschnittsgeschwindigkeit. Für Tourenfahrer eine recht nützliche Information. Die daraus resultierenden Erfahrungen helfen auch bei der Tourenplanung.
  3. Reine Fahrzeit. Auch diese Information kann für Tourenfahrer recht interessant sein.
  4. Tages- u. Gesamt-Kilometerzähler. Einen zusätzlichen Kilometerzähler zur Messung von einzelnen Streckenabschnitte, als Tageskilometerzähler oder zur Kontrolle des Benzinverbrauch kann man immer gebrauchen.
  5. Uhr. Ist leider bei vielen Motorrädern immer noch nicht serienmäßig und deshalb für viele ebenfalls eine sinnvolle Ergänzung.
Wie installiert man nun so einen Fahrradtacho am Motorrad und auf was ist dabei zu achten?
Das ist natürlich von Maschine zu Maschine unterschiedlich. Hier sind Erfindungsgeist und etwas bastlerisches Geschick gefragt. Ich beschreibe hier die Installation sehr allgemein mit ein paar spezifischen Hinweisen auf meine Installation an meiner BMW K1100RS.
Ich möchte an dieser Stelle auch auf die Homepage von Rolf Schlagenhaft hinweisen. Er hat dort eine umfangreiche Informationssammlung zu diesem Thema zusammengetragen.

Die Funktionsweise eines elektronischen Fahrradtachos
Bevor ich auf die Installation eingehe, möchte ich kurz beschreiben, wie so ein elektronischer Fahrradtacho überhaupt funktioniert. Denn mit diesem Wissen wird einem auch klar, worauf man bei der Installation achten sollte.
Ein kleiner Magnet und ein Reedkontakt (das ist ein kleiner Schalter, der sich schließt, wenn er in die Nähe eines Magneten kommt) werden so am Rad bzw. an der Gabel befestigt, daß bei jeder Umdrehung des Rades der Magnet dicht am Reedkontakt vorbeiwandert. Der Kontakt schließt wenn er sich dicht neben dem Magneten befindet und öffnet, wenn sich der Magneten wieder entfernt. Damit wird pro Radumdrehung ein Impuls erzeugt.
Der Tacho selbst ist ein kleiner Rechner mit einer Anzeige und ein paar Bedientasten. In diesem Rechner wird der Umfang des Rades abgespeichert, also die Strecke, die man zurücklegt, wenn sich das Rad einmal dreht.
Entfernungen ermittelt der Tacho, indem er einfach die Impulse zählt und die Anzahl der Impulse mit dem Umfang des Rades multipliziert.
Zur Geschwindigkeitsmessung wird ermittelt, welche Strecke in einer bestimmten Zeit zurückgelegt wird. Dieser Wert wird auf km/h umgerechnet und angezeigt. Diese Messung wird kontinuierlich in ganz kurzen Abständen durchgeführt und die Ergebnisse angezeigt.


Die Installationsbeschreibung

Material:
  - Elektronischer Fahrradtacho (bei mir SIGMA BC700; Daten s.u.)
  - 2 adriges Kabel
  - Kabelbinder
  - Isolier- und/oder Schrumpfschlauch
  - Draht (z.B. Blumenbindedraht)
  - Heißkleber
  - Lötzinn

Werkzeug:
  - Seitenschneider
  - Lötkolben
  - Feile
  - Bohrmaschine
  - Kombizange, o.ä.
  - Bordwerkzeug

Der Magnet:
Magnet-Befestigung Der kleine Magnet muß also am Rad befestigt werden. Ob man das Vorder- oder Hinterrad nimmt, hängt eigentlich nur davon ab, wo man Magnet und Reedkontakt am besten befestigen kann. Das Vorderrad bietet sich an, weil dann die Kabelverbindung zwischen Kontakt und Tacho am kürzesten ist.
Der Magnet sollte möglichst dicht an der Nabe befestigt werden. Je weiter der Magnet von der Nabe entfernt befestigt wird, desto größer wird die Unwucht am Rad durch diesen Magneten. Auch sollte man eine möglichst leichte Befestigung wählen. Von irgendwelchen Befestigungswinkel mit zusätzlichen Schrauben ist dringend abzuraten.
Wichtig ist noch der richtige Abstand zwischen Magneten und Reedkontakt. Er sollte etwa 2-4 mm betragen (siehe auch Anbauanleitung des Tachos). Und er sollte natürlich so befestigt werden, daß er bei Vibrationen und Erschütterungen nicht verrutscht oder wegfliegt.
Für meine Maschine habe ich die originale Magnethalterung mit einer Feile etwas bearbeitet, sodaß sie auf die Bremsscheibenhalterung an der Nabe paßt. Dann habe ich diese modifizierte Halterung mit einem dünnen Draht und etwas Kleber auf der Bremsscheibenhalterung fixiert.

Kontakt-Befestigung Der Reedkontakt:
Dieser Kontakt muß so an Fahrwerk befestigt werden, daß sich der Magnet bei jeder Umdrehung dicht an ihm vorbeibewegt. Ich habe den Kontakt einfach mit der originalen Halterung und den 2 mitgelieferten Gummiringen an der Gabel befestigt.



Das Verbindungskabel:
Kabelführung Der Kontakt ist mit einem 2 adrigen Kabel mit dem Tacho bzw. mit der Tachohalterung verbunden. Dieses Kabel ist in der Regel für die Installation an einem Motorrad zu kurz. Ich habe deshalb die Lötverbindung an der Tachohalterung gelöst und das Kabel hier entsprechend verlängert. Die Verbindungsstellen dieser Verlängerung sollte man löten, um Oxidation oder Wackelkontakte zu vermeiden.
Über das Kabel habe ich auf ganzer Länge einen dünnen, schwarzen Isolierschlauch geschoben, um es vor mechanischer Beschädigung zu schützen. Mit Kabelbinden habe ich das Kabel dann an Gabel und Bremsschlauch befestigt und so bis zur Gabelbrücke hochgeführt.


Die Tachohalterung:
Tachohalterung Die Befestigung dieser Tachohalterung ist sehr individuell vom Befestigungsort und der Maschine abhängig. Bei einem Rohrlenker kann die Halterung häufig mit dem mitgelieferten Befestigungsmaterial so befestigt werden, wie es auch für ein Fahrrad vorgesehen ist. Möchte man den Tacho jedoch auf der Gabelbrücke, dem Cockpit oder der Verkleidung befestigen, so muß man sich seine eigen Lösung suchen.
Bei meiner Maschine habe ich die Halterung auf der Prallplatte über der Gabelbrücke mit etwas dünnen Draht befestigt. Oben und unten habe ich den Draht über die Halterung geführt und durch kleine Bohrungen durch die Prallplatte. Auf der Unterseite der Prallplatte habe ich die Drähte verdrillt.
Die Eichung:
Dies ist der schwierigste und in Bezug auf die Anzeigegenauigkeit wichtigste Teil der Installation. Es muß der Radumfang ermittelt werden, damit er im Tacho abgespeichert werden kann.
Das klingt zunächst sehr einfach, kann aber zu einer echten Wissenschaft werden. Der Umfang des Reifens ist nämlich nicht konstant. Er ändert sich in Abhängigkeit von der Belastung der Maschine, vom Reifendruck, von der Profiltiefe und vor allem von der gefahrenen Geschwindigkeit. Das beste Ergebnis erzielt man, wenn man den Reifenumfang bei einer mittleren Geschwindigkeit (ca. 70-90 km/h) ermittelt.
Ich bin dazu wie folgt vorgegangen:
  1. Reifenumfang grob ermitteln. Mit dem Zollstock den Reifendurchmesser messen. Den Umfang errechnen (Umfang = 3,1415 * Durchmesser) und im Tacho abspeichern.
  2. Auf einer möglichst geraden und verkehrsarmen Autobahn eine Strecke von z.B. 10km mit konstanter, mittlerer Geschwindigkeit (z.B. 80 km/h) fahren. Auf den meisten Autobahnen stehen alle 500m kleine, blaue km-Tafeln, an denen man die Strecke sehr genau ablesen kann. Am Ende dieser Strecke die vom Tacho angezeigte Strecke ablesen.
  3. Ermittlung des genauen Radumfanges (u) aus der tatsächlichen Fahrstrecke (s1), der angezeigten Fahrstrecke (s2) und dem bisher eingestellten Radumfang (u1) und Eingabe dieses Wertes in den Tacho. (u = u1 * s1 / s2)


Ein paar Daten für den von mir eingesetzten SIGMA SPORT BC700

Funktionen:
  KMH - Geschwindigkeit, bis 270 km/h
  TRP - Tageskilometer, auf 10m genau
  AVS - Durchschnittsgeschwindigkeit (nach 11 Std. bzw. 1000km Neustart durch RESET)
  STP - Fahrzeit, max. 10 Std.
  MAX - höchste Geschwindigkeit seit letztem RESET
  DST - Gesamtstrecke, bis 99999km
  CLK - Uhrzeit
Die beiden 1,5 Volt Batterien (Typ SR 44 / D357) halten etwa 2 Jahre.

(c) Alpenbiker, 1997-2006

Zurück zum Seitenanfang